Blue Devils fordern Knights bis zur letzten Sekunde

Rund 470 Zuschauer waren am Samstag ins Oldenburger Marschweg Stadion gekommen um die VfL Oldenburg Knights in ihrem letzten Spiel der regulären Saison zu unterstützen und mit ihrem Team nach dem Spiel die Meisterschaft zu feiern. Wer ein Schaulaufen des Meisters erwartet hatte sah sich getäuscht. Die abstiegsbedrohten Hamburg Blue Devils hielten von Beginn an voll dagegen, so dass die Zuschauer einen echten Football-Krimi präsentiert bekamen der erst in allerletzter Sekunden zu Gunsten der Knights mit 24:21 entschieden werden konnte. „Ich hatte eigentlich schon alle Hoffnung verloren, dass wir das Spiel noch gewinnen würden aber dann angelt sich der Kruthaup in allerletzter Sekunde noch irgendwie kurz vor dem Boden den Ball“, schüttelt Sportdirektor Holger Völling etwas ungläubig den Kopf über den erneuten Coup seines mit 25 Touchdowns effektivsten Offensivspielers der Saison.
Weniger erfolgreich war der Meister dagegen in das Spiel gestartet. Bereits mit ihrem ersten Angriffsspiel konnten die Gäste erstmals den Ball in die Oldenburger Endzone tragen und es stand kaum das das Spiel begonnen hatte bereits 0:6. Eigentlich eine Spezialität der Knights in dieser Saison. Aber damit nicht genug. Wenig später nutzen die Blue Devils eine Interception um auf 13:0 zu erhöhen. So wurden erstmals die Seiten gewechselt. Im zweiten Viertel dominierten beide Verteidigungsreihen, so dass es keinem der beiden Teams mehr gelang in die gegnerische Endzone zu kommen und es mit 0:13 in die Kabinen ging. „Drei Interceptions in einer Halbzeit sind einfach zu viel“, war Völling alles andere als zufrieden mit seiner Offense. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht“.
Mit der Einwechslung von Quarterback Justus Marterer zu Beginn der zweiten Halbzeit lief es nun auch im Angriffsspiel der Knights wieder deutlich besser. Es sollte dann auch nicht lange dauern und ein kurzer Pass von Marterer auf Johann Kruthaup und es stand nur noch 6:13. Weils so schön war machen wir es halt noch einmal dachten sich wohl die Beiden etwas später und so servierte Marterer diesmal dem Oldenburger Topscorer einen langen Ball den dieser sicher in die Endzone trug. Beim Stande von 12:13 wurde ein letztes Mal die Seiten gewechselt. Das letzte Viertel begann gleich mit einem Touchdown von Rudolf Henne, der dadurch sein Team mit 18:13 erstmals in diesem Spiel in Führung brachte. Wie schon bei den beiden ersten Touchdowns waren die Knights auch diesmal wieder nicht erfolgreich beim Versuch zusätzliche Punkte einzufahren. War man zuvor mit zwei Extrapunktversuchen gescheitert konnte diesmal eine Two-Point-Conversion nicht gefangen werden.
So einfach wollten sich die tapfer kämpfenden Hamburger aber nun doch nicht in die vierte Liga schicken lassen. Mit einem Touchdown und einer erfolgreichen Two-Point-Conversion holten sie sich 34 Sekunden vor dem Ende mit 21:18 die Führung zurück. Kein Grund für die Gastgeber die Köpfe hängen zu lassen. Mit aller Macht drängten sie Richtung Hamburger Endzone und tatsächlich, mit noch gerademal fünf Sekunden auf Uhr gelang Kruthaup mit seiner artistischen Einlage der entscheidenden Touchdown. Auf einen Versuch einen Extrapunkt zu erzielen verzichtete man sicherheitshalber und kniete ab, so dass das Spiel zu Ende war. „Nicht, dass die den Ball noch abfangen und in die Endzone tragen“, so ein nervlich angeschlagener Sportdirektor, der noch eine Hiobsbotschaft verdauen musste. Unmittelbar vor Kruthaup letztem Touchdown hatte sich Marcel Meier einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen und konnte nicht an der anschließend Pokalübergabe teilnehmen. „Das hätte ich ihm so gegönnt. Er war die ganze Saison ein gewichtiger Faktor in unserer Defense. Da spiel er einmal im Jahr in der Offense Line und dann sowas“. Schüttelt er traurig den Kopf. Am nächsten Samstag geht es nun im ersten Play-Off-Spiel zu den Berlin Adlers.

Fotos: Dennis Leskys, Oldenburg Knights