Favoritenrolle liegt bei den Adlern aus Berlin

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat man die VfL Oldenburg Knights belächelt, wenn sie davon sprachen in naher Zukunft in die GFL 2 aufsteigen zu wollen. Zumindest im Norden Deutschlands ist der Konkurrenz mittlerweile das Lachen vergangen, denn trotz einiger kleiner Schwächeperioden zum Ende der Saison war der Gewinn der Meisterschaft in diesem Jahr niemals ernsthaft in Gefahr. Seit man sich im Vorjahr von Trainer Mathias Bonner getrennt hatte mussten die Knights sich nur zweimal gegen die Braunschweig Lions geschlagen geben, wobei die erste Niederlage nur wenige Tage nach der Trainerentlassung zustande kam. Demgegenüber stehen allerdings imponierende sechzehn Siege. Nichtsdestotrotz sieht Sportdirektor Holger Völling sein Team gegen den sechsmaligen deutschen Meister und Gründungsmitglied der Bundesliga, die Berlin Adler, nur in der Rolle des Underdogs. „Wir werden einfach versuchen unseren besten Football zu spielen und dann schauen wir ob es gereicht hat. Es ist schon eine Ehre gegen ein Stück deutscher Football Geschichte zu spielen und darauf freuen wir uns tierisch.“

Das die Adler sich allerdings nicht auf ihre historischen Verdienste im deutschen American Football verlassen wollen und durchaus auch Respekt vor den Knights haben zeigten sie in den Endspielen um die Meisterschaft in der Regionalliga Ost als sie gegen die Magdeburg Virgin Guards gleich auf mehrere Starter verzichteten um das Verletzungsrisiko bei ihren Stammkräfte zu minimieren. „Das zeigt wie ernst sie uns nehmen, wenn sie mit ihren Startern kein Verletzungsrisiko eingehen wollen. Aber auch die Tiefe des Kaders ist beeindruckend. Immerhin haben sie mit Backups den Ost Titel gegen Magdeburg gewonnen. Vor allem auf Quarterback Zach Cavanaugh werden wir achten müssen. Zach kann sowohl sehr präzise werfen, ist aber auch zu Fuß unheimlich schnell und hat einige Jahre u.a. in Hildesheim in der GFL gespielt“, weiß Völling zu berichten.

Von solchen Meriten kann Oldenburgs Wide Receiver Nico Dutschke bisher nur träumen. Allerdings hat der 20jährige auch erst im letzten Jahr mit dem Football begonnen und hat als Rookie noch einiges zu lernen. „Ich bin zum American Football gekommen, weil ich grundsätzlich eine Affinität gegenüber den USA habe und den Sport mal hin und wieder verfolgt habe. Anfangs hat es ein wenig gebraucht den Sport zu verstehen, aber als ich dann auch wusste wie die Sportart funktioniert wollte ich das Ganze selbst ausprobieren“,

Nico Dutschke im Angriff gegen die Blue Devils

erinnert er sich zurück. Dutschke ist ein Beispiel dafür wieso es für die Knights durchaus Sinn macht mit den Cavaliers ein zweites Team im Verein zu haben. Zu alt für die Jugend und zu Beginn noch zu unerfahren für das Drittligateam, hat er mittlerweile den Weg in das Team von Trainer Marcus Meckes gefunden und war in dieser Saison auch bereits zweimal per Touchdown erfolgreich. „Mir ist leistungsorientierter Sport wichtig, da dort (meist) ein klares Ziel verfolgt wird. Deshalb entschied ich mich für die Knights. Ich habe zunächst für die Cavaliers gespielt um überhaupt einen Einstieg zu finden. Welche Position sollte ich spielen, was muss ich auf der Position machen etc.“, erzählt der Edewechter, der sich auf der Position des Wide Receiver pudelwohl fühlt. Wie so viele andere auch war er zuvor lange als Fußballer aktiv gewesen und ist für den VfL Edewecht aufgelaufen. „Ich wäre sehr froh und stolz, wenn wir den Aufstieg schaffen würden. Das hätte sich das Team nach dieser Saison auf jeden Fall verdient.“