Good Night Pioneers

Wenn es für die VfL Oldenburg Knights noch einer zusätzlichen Motivation bedurft hätte im letzten Spiel der Saison so lieferten die Hamburg Pioneers sie den Mannen von Trainer Holger Völling frei Haus. Was war geschehen? Auf dem Plakat welches das Spiel ankündigte prangte in großen Buchstaben: GOOD NIGHT KNIGHTS. Dermaßen angefixt drehten die Knights in Hamburg den Spieß um und verpassten den Gastgebern mit 14:29 die höchste Saisonniederlage. Eine Niederlage die für die Hausherren durchaus unangenehme Folgen haben kann. Denn nun können es Pioneers nicht mehr aus eigener Kraft schaffen Meister zu werden und sind u.a. auf Schützenhilfe durch das andere Hamburger Team, die Blue Devils angewiesen. Die haben nun allerdings auch wieder die Möglichkeit Meister zu werden. Die Knights haben also wieder für ordentlich Spannung gesorgt im Kampf um den Platz an der Sonne. Gleichzeitig sind die VfLer nun nicht mehr vom vierten Platz zu verdrängen. „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Jungs. Da fahren wir mit nur 27 Mann zum Tabellenführer und sind die klar bessere Mannschaft. Das Ergebnis hätte sogar noch deutlich höher ausfallen können. Bei den Pioneers lagen eindeutig die Nerven blank, so dass ziemlich viel Gift im Spiel war und sich meine Jungs immer wieder provozieren ließen, so dass ich in der ersten Halbzeit mehr damit zu tun hatte die Jungs wieder runterzuholen als alles andere“, so ein mächtig stolzer Knights Trainer Holger Völling.

Kaum auf den Platz lag der Ball erstmals in der Hamburger Endzone. Von der eigenen 15 Yards Linie hatte Quarterback Justus Marterer den Ball über 80 Yards an die Hamburger Endzone herangetragen. Den Rest besorgte Ray Tiller. Es sollte der Beginn der großen Abschiedsshow des Amerikaners sein. Noch drei weitere Mal trug er an diesem Tage den Ball in die Endzone. „Es schien fast so als wollte Ray heute noch einmal richtig „Tschüss“ sagen“, lobte Völling den Amerikaner der unter Trainer Mathias Bonner bereits seine Koffer packen und in die USA zurückgehen wollte. Zunächst konnten die Pioneers aber noch gegenhalten und gingen mit einem eigenen Touchdown plus Extrapunkt mit 7:6 in Führung. So ging es auch den Rest des ersten Viertels weiter, so dass die Gastgeber kurz vor dem ersten Wechsel mit 14:12 in Führung lagen. Als dann noch im ersten Viertel Abwehrass Tevin Hanley des Platzes verwiesen wurde schien alles für den Tabellenführer zu laufen. „Wir dachten das war es, aber es ging ein richtiger Ruck durch die Defense. Es schien als haben nun alle für Tevin gearbeitet und ließen im restlichen Spiel nichts mehr zu“, lobte Völling seine Abwehr. Ray Tiller sowie Jannik Birk sorgten dann nach dem Wechsel dafür, dass man mit einer 19:14 Führung in die Pause ging. Nach einem punktlosen dritten Viertel war es erneut dieses Duo das die Führung auf 26:14 ausbaute. Birk war es dann der mit einem Field Goal dem Tabellenführer endgültig das Genick brach. „Danach lief gar nichts mehr bei den Pioneers. Das war unsere bisher beste Saison. Ich muss allerdings auch kritisch mit mir und meiner Arbeit als Sportdirektor umgehen. Was wäre möglich gewesen, wenn ich Anfang der Saison gleich übernommen hätte und nicht nach einem neuen Trainer gesucht hätte. Danke an die Jungs das sie trotz einiger Verletzungsprobleme so super mitgezogen haben“, zeigt sich Völling auch ein wenig nachdenklich.

Bilder von Susanne Dorendorf

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