Lions II im Marschwegstadion ohne Chance

So hat man die Offense der VfL Oldenburg Knights schon lange nicht mehr gesehen. Wirkte sie in der Vergangenheit häufig gehemmt war sie diesmal gegen die Braunschweig Lions kaum wiederzuerkennen. Vor allem das Laufspiel klappte diesmal so gut wie selten zuvor. Dabei beschränkte sich ein vor Selbstvertrauen strotzender Quarterback Justus Marterer beileibe nicht nur auf das verteilen des Balles, sondern konnte durch eigenes Laufspiel auch einiges an Raumgewinn erzielen. Hier kam ihm zu Gute, dass auch die O-Line an diesem Tag einen super Job machte und ihm so sehr viel Zeit verschaffte. Ein weiterer Spieler der in den letzten Wochen ordentlich an Selbstvertrauen hinzugewonnen hat ist Ray Tiller, der von der Lions-Defense meist nur in letzter Sekunde geblockt werden konnte.
Die Knights begannen ihr erstes Angriffsspiel an der eigenen 30 Yards Linie von wo aus sie sich im Eilzugtempo bis 5 Yards an die gegnerische Endzone heranarbeiteten. Dies nutzte der Oldenburger Quarterback um sein Selbstvertrauen weiter aufzubauen und gleichzeitig mit einem Lauf sein Team mit 6:0 in Führung zu bringen.
Nun durfte die Oldenburger Defense um Tevin Hanley erstmals auf den Platz und setzte den Gegner gleich auf Nulldiät. Erst unmittelbar vor Ende des Viertels gelang ihnen das erste First Down. Aber auch im zweiten Viertel dominierten die Knights den Gegner sowohl in der Defense als Offense. Während den Braunschweigern auch in der Folge kaum ein First Down gelang und meistens ohne Raumgewinn wieder vom Platz mussten, marschierten die Knights immer wieder Richtung Endzone der Lions. Mitte des zweiten Viertels konnte Ray Tiller dann einen langen Pass seines Quarterbacks sicher in der Endzone fangen. Allerdings hatten die Schiedsrichter zuvor einen Regelverstoß gesehen, so dass der Touchdown nicht gegeben wurde. Kein Problem für das Duo Marterer/Tiller. Dann machten sie das im nächsten Spielzug halt noch einmal. Diesmal regelkonform. Jannik Birk erhöhte anschließend auf 13:0. So ging es auch in die Kabinen. Unverändert auch das Bild nach der Pause. Kaum Raumgewinn für die Gäste und ein begeisterndes Spiel der Oldenburger Offense. Während sich Alexander Röhrich ein ums andere Mal wie eine Dampframme durch Defense der Gäste fräste, fanden die langen Pässe Marterers immer wieder einen dankbaren Abnehmer in Renko Ahlrichs, aus dem Landesligateam der Knights. Nach torlosem vierten Viertel verwöhnten die Knights ihre Zuschauer dann noch einmal mit gleich drei Touchdowns. Zunächst war es Jackson Putnam der einen 25 Yards Pass aus der Luft fischte (Extrapunkt Birk) bevor Ray Tiller von Marterer mit einem 40 Yards Pass in die Endzone geschickt wurde. „Heute hat einfach alles geklappt“, freute sich Marterer, der sein bisher bestes Spiel im Trikot der Knights ablieferte. Den letzten Touchdown des Spiels und ersten Defense-Touchdown der Saison trug Tevin Hanley nach einer Interception über 40 Yards in die Endzone der Lions. Den Schlusspunkt zum 33:0 setzte erneut Jannik Birk per Extrapunkt. „Wir haben in dieser Woche eigentlich mehr mentales als körperliches Training gemacht. Ich wollte den Jungs wieder Selbstvertrauen geben und das hat geklappt. Viele haben heute eine super Leistung abgeliefert. Spieler wie Justus und Ray haben gezeigt, dass wenn man ihnen Vertrauen schenkt sie einem das irgendwann zurückzahlen“, strahlte Trainer Holger Völling mit der Sonne um die Wette. Leider war es für diese Saison der letzte Auftritt der Knights im Marschwegstadion. Dies nahm man zum Anlass sich von Platzwart Klaus Steenemann mit einer besonderen Ehre zu verabschieden. Der Platzwart geht im nächsten Jahr in den vollverdienten Ruhestand und durfte vor seinem letzten Knights Spiel den Münzwurf ausführen. Ihr letztes Heimspiel der Saison spielen die Knights am 12. August in Bad Zwischenahn.

Bilder: Sören Assmann

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