Spiel verloren, aber an Selbstvertrauen gewonnen

Knapp eine Woche vor Saisonstart gegen Aufsteiger Wolfsburg Blue Wings absolvierten die VfL Oldenburg Knights am Ostersamstag beim Erstligaabsteiger Hamburg Huskies einen Formscheck auf höchstem Niveau. Trotz der deutlichen 9:34 Niederlage verlies der Drittligist mit erhobenem Kopf und strahlenden Gesicht das Spielfeld, hatte man doch über lange Strecken sportlich mit dem Zweitligisten gut mithalten können. „Das war ein guter Test für uns so kurz vor Saisonbeginn. Die Jungs haben gemerkt das sie guten Football spielen und auch gegen ein Team wie die Huskies lange Zeit mitspielen können. Das hat Selbstvertrauen gegeben. Sportlich sind wir gar nicht so weit weg von der GFL2. Der Unterschied besteht vor allem in den Köpfen. Football auf hohem Niveau bedeutet vor allem Arbeit und Verzicht. Das haben bei uns noch nicht alle verinnerlicht. Hamburg hatte 45 Spieler aufgeboten und wir nur 31 obwohl schon seit Monaten klar war, dass wir an diesem Tag was machen würden“, fand Sportdirektor Holger Völling nach dem gelungenen Test dann doch noch ein Haar in der Suppe.

Wie ernst die Huskies dieses Testspiel nahmen zeigten sie dann auch gleich von Beginn an und legten los wie die Feuerwehr. Gleich mit ihren ersten Angriffszügen trieben sie den Ball quer über das ganze Feld in die Endzone der Gäste, so dass noch bevor die Offense der Knights erstmals auf dem Feld stand ein 0:7 Rückstand zu Buche stand. In der Folge kam die Defense der Knights aber immer besser ins Spiel und konnte ein ums andere Mal die gegnerische Offense stoppen. Da die Oldenburger Offense sich zunächst noch etwas schwer tat wurde beim Stande von 0:7 erstmals die Seiten gewechselt. Wie schon im ersten Viertel erwischten die Huskies auch im Zweiten den deutlich besseren Start und trugen kaum das wiederangepfiffen wurde den Ball zum 13:0 in die Oldenburger Endzone. Den Versuch eines Extrapunktes konnte Neuzugang Richard Chungong dann aber erfolgreich blocken. Nun kam auch Quarterback Andy Loreth immer besser ins Spiel und verteilte die Bälle geschickt auf seine schnellen Passempfänger. Einer von ihnen war Nachwuchsspieler Johann Kruthaup, der sich schon früh den Respekt des Gegners erarbeitet hatte und von denen regelmäßig gedoppelt wurde. „Das war schon imponierend zu sehen wie Johann loslief mit gleich mehreren Gegenspielern die an ihm hingen und ihn nur mit Mühe stoppen konnten und sich teilweise beim tacklen selbst verletzten“, grinste Völling. Kurz vor der Pause war es dann Simon Gelhaus der per Field Goal aus 35 Yards Entfernung zum 3:13 verkürzen konnte. Auch nach der Pause konnten die Huskies die Knights wieder mit einem frühen Touchdown überraschen und so die Führung auf 20:3 ausbauen. Kurz vor Ende des dritten Viertels musste Chefcoach Marcus Meckes seinen Quarterback vom Feld nehmen um sein Knie zu schonen. Da Justus Marterer verletzungsbedingt nicht mit dabei sein konnte musste Allround-Talent Kruthaup diesen Posten übernehmen, was zunächst nicht ganz so funktionierte. Dies nutzen die abgezockten Huskies gnadenlos aus und bauten ihre Führung auf 34:3 aus. Im letzten Viertel klappte es dann aber immer besser mit dem neuen Quarterback und zwei Minuten vor dem Ende sorgte Kruthaup für das absolute Highlight des Spiels, als er 73 Yards vor der gegnerischen Endzone den Ball erhielt und mit vier Huskies im Schlepptau unaufhaltsam zum Touchdown stürmte. „Das war schon ein echter Hammer“, strahlte Völling nach dem Spiel.

Ein Wehrmutstropfen gab es dann aber doch noch. Running Back Andreas Bergholz zog sich einen Wadenbeinbruch zu und wird längerfristig ausfallen.