Youngster am Ende ohne Waffen wehrlos

Es sollte das Duell der Spitzenreiter werden und es sah auch nach der ersten Halbzeit ganz danach aus, dass die Partie feurig werden würde. Nicht nur wegen der hohen Temperaturen auf dem Sportplatz an der Brandenburger Straße. So bleibt das ersten Quarter ohne Punkte für beide Seiten und bringt die Lübeck Cougars in eine Situation, die sie bisher noch nicht erlebt hatten. Ihnen stand ein Gegener gegenüber und der hieß VfL Oldenburg Knights Youngsters. Lübeck wurde durch die starke Oldenburger Offense immer wieder zu 3 and outs gezwungen. Jedoch prallte die Offense am Ende ihrer Drives ebenfalls auf starke Defender der Lübecker und musste sich zu häufig durch Punt vom Ball trennen.
Im zweiten Quarter erlaubte sich Oldenburg eine Foul, was mit einem First Down und der halben Distanz zur Oldenburger Goalline bestraft wurde. Lübeck wusste die Chance zu nutzen und punktete. Der Point after Touchdown war nicht erfolgreich und somit ging Lübeck zunächst mit 0:6 Punkten in Führung. Nun tritt #23 Johann Kruthaup erstmalig mit seinem Können auf und trägt den Kickoff Return bis auf die gegnerische 38 Yard Linie. Von nun an hatte Kruthaup keinen guten Stand mehr. Sein harter Einsatz für sein Team kostete ihn Striche auf dem Zettel der Unparteiischen. Half a distance to goalline. Aber die Oldenburger Defense hält und vereitelt den möglichen Lübecker Touchdown. Jetzt antwortete Waffe #23 mit einem 90 Yards Touchdownlauf in die Lübecker Endzone, der nicht gegeben wurde. Diese Situation muss erklärt werden, da die Schiedsrichterentscheidung eher selten ist. Die Linienrichter haben am Spielfeldrand einen Streifen, der von Personen aus der Teamzone nicht betreten werden darf. Kruthaupt bewegte sich bei seinem Lauf auf der gegenüberliegenden Seite des Feldes. Auf der anderen Seite lief der Linienrichter mit und wurde durch ein Mitglied der Teamzone aus Oldenburg in seinem Lauf behindert. Dies sah man als Foul gegen die Teamzone an und verhängte als Strafe das Touchdown ungültig sei. Anmerkung: Kruthaup wurde auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls von einem Linienrichter begleitet. Auf dem Feld, wo sich alle Spieler regelgerecht verhalten haben war alles sauber. Aber das Regelwerk lässt die Strafe zu, wurde der Teamzone unter deren Protest deutlichst erklärt. Die Folge; Oldenburg muss sich vom Ball trennen, was die Stimmung bei den Spielern deutlich anheizt. Abkühlung sollte nun die Halbzeit schaffen und der Lübecker Headcoach musste seine Spieler deutlich warnen, dass Sie nun einen echten Gegner haben.

Die zweite Halbzeit begann für Oldenburg in der Offense, die sich bis auf 3 Yard nach einem Traumpass vom #1 Tom Meyer auf Johann Kruthaup, an die Lübecker Goalline heranbrachte. Im vierten Versuch misslang ein Fieldgoalversuch und somit wurde eine Großchance auf Punkte vergeben. Nachdem der folgende Lübecker Drive abgewehrt wurde und die Oldenburger Offense im vierten Versuch stand, gelang es Johann Kruthaup nach einem Fakepunt den Ball in die Lübecker Endzone zu bringen. Jannik Franke brachte dann mit seinem sicheren Point after Touchdown die Führung für die Youngsters (07:06). Nun stieg deutlich die Nervosität bei den Schleswig Holsteinern und der Ton in der Teamzone wurde immer rauher. Oldenburg packte seine Waffen aus. Doch die Antwort von Lübeck folgte in Form eines Kickoff Return Touchdown zum 07:12. Der mehrfache Versuch den PAT in Punkte umzumünzen scheiterte an Strafen gegen Lübeck, gelang letztendlich aber doch (07:13). Die Stimmung auf dem Feld heizte sich immer mehr auf und verleitete den erfahrenen Benedikt Kirch zu einem Targeting, was mit der Ejection und mindestens Spiel Sperre geahndet wurde. Damit war einer der wichtigsten defensiv Spieler aus dem Spiel genommen worden und Oldenburg startete so geschwächt in das vierte Quarter.

Die Cougars eröffnen im letzten Viertel direkt mit einem Touchdown und erhöhten inkl. Zusatzpunkt auf 07:27. Und gleich im folgenden Oldenburger Drive der nächste Schreckmoment – Quarterback Tom Meyer wirft eine Interception. Glück im Unglück für Oldenburg, dass diese wegen eines Defense Offsite nicht gegeben wird. Nach dem Oldenburg einen weiteren ersten Versuch erhielt, nahmen die fatalen Fehler der Oldenburger ihren Lauf. Tom Meyer wirft erneut eine Interception und Lübeck kommt an eigener 3 Yard Line in Ballbesitz. Des weiteren gibt es auf jeder Seite persönliche Strafen, die sich gegeneinander aufhoben. Da Johann Kruthaup bereits mehrfach auf dem Zettel stand wurde der Ausnahmeathlet der Oldenburger ejected und des Platzes verwiesen. Nun musste Oldenburg mit gestuzten Flügeln ums überleben kämpfen. Dies bekam in der Offense untern anderem Tim Perbandt zu spüren, der mehrfach lange am Boden war aber bis zum Pfiff des Schiedsrichters seine Schicksal ertragen musste.
Eine kuriose Situation, die zu längerer Schiedsrichter Diskussion und Ermahnung der Teamzone von Oldenburg führte sei hier noch einmal beschrieben. Lübeck fumbled einen Ball, den sie zunächst versuchen zu sichern und ihn damit berühren. Der Ball gleitet aus Lübecker Händen und wird von Oldenburg recovered. Es fliegt eine Flagge. Dennoch läuft der Defender mit dem Ball in Richtung Lübecker Endzone. Der Spielzug wird abgepfiffen und die Flagge aufgehoben.
Unter Protest nimmt Oldenburg das Urteil der Schiedsrichter an um nicht noch Strafen gegen sich selbst zu erhalten. Nach der großen Aufregung folgt ein Touchdownlauf der Lübecker mit Flaggen. Wieder heben sich die Strafen auf und Lübeck erhält den Touchdown zugesprochen. Der PAT ist ebenfalls gut und lässt Lübeck einen Sieg mit Beigeschmack nach Schleswig Holstein tragen, denn erst nach 3 Quartern und deutlicher Schwächung war Oldenburg bezwingbar. Eine Schlacht, die sich bei sengender Hitze über 3 Stunden zog, bei einer Nettospielzeit von 48 Minuten.
Am Ende des Tages blieb Headcoach Justin Simpson nur noch zu sagen: „Hier ist einiges schief gelaufen, vor allem das hier teilweise vergessen wurde, dass auf beiden Seiten Jugendliche auf dem Platz stehen. Insgesamt war dies eine Zumutung.“

Bilder: Dennis Leskys (Oldenburg Knights)